Heinrich Himmlers Taschenkalender 1940

Heinrich Himmlers Taschenkalender 1940

Heinrich Himmlers Taschenkalender 1940. Kommentierte Edition. Herausgegeben von Markus Moors und Moritz Pfeiffer. Mit weiteren Beiträgen von Bastian Hein, Katrin Himmler, Jean-Luc Leleu, Jan-Erik Schulte und Michael Wildt, Paderborn 2013.

Verlag Ferdinand Schöningh GmbH & Co. KG Postfach 25 40, D-33055 Paderborn www.schoeningh.de

 
 

Buchinformationen

1. Auflage 2013
511 Seiten
50 s/w Abbildungen
Festeinband
ISBN: 978-3-506-77654-9
39.90 € (online kaufen )

 

Ausführliche Verlagsbeschreibung

Wie kein Zweiter steht Heinrich Himmler für die Schutzstaffel (SS) der NSDAP. Als Reichsführer-SS und Chef der Deutschen Polizei, als Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums, als Befehlshaber über das System der Konzentrationslager und als „Spiritus Rector“ der Waffen-SS war Himmler einer der wichtigsten und mächtigsten Akteure des sogenannten Dritten Reiches. „In seiner Person bündelte sich die destruktive Politik des NS-Regimes, bei ihm liefen die Fäden zusammen, auch wenn er sie nicht alle selbst knüpfte“(Witte u. a.: Dienstkalender Himmlers 1941/42, S. 13).

Die Herausgeber Moritz Pfeiffer und Markus Moors mit dem Original des Taschenkalenders Himmlers 1940.zoom
Die Herausgeber Moritz Pfeiffer und Markus Moors mit dem Original des Taschenkalenders Himmlers 1940.

Die vorliegende Edition basiert auf dem bis vor kurzem unbekannten persönlichen Taschenkalender Heinrich Himmlers aus dem Jahr 1940. Dieses historische Exponat ist im Original seit 2008 im Besitz des Kreismuseums Wewelsburg und wird dort im Rahmen der Dauerausstellung „Ideologie und Terror der SS“ in einer Vitrine zur Biographie Heinrich Himmlers präsentiert. Der Taschenkalender wurde seinerzeit im seriösen Auktionshandel für Historica angeboten. Der Verkäufer blieb anonym. Lochungen im Kalender, die auch bei Vergleichsstücken feststellbar sind, lassen darauf schließen, dass dieser nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in amerikanische Hände geriet und dort privat verwahrt wurde. Die historische Authentizität des Kalenders wurde nach ausgiebiger Untersuchung des Originals durch das Bundesarchiv in Koblenz bestätigt. Das Kreismuseum Wewelsburg stellte dem Bundesarchiv ein Digitalisat des Kalenders zur Verfügung, das in den Bestand „Nachlass Heinrich Himmler“ eingeordnet wurde.

Eintragungen in Himmlers Taschenkalender vom 29.3. bis 1.4.1940.zoom
Eintragungen in Himmlers Taschenkalender vom 29.3. bis 1.4.1940.

Bei dem Objekt handelt es sich um einen „‚EMWE‘ Terminkalender für das Jahr 1940“ mit Goldschnitt im Format von ungefähr 12 x 9 cm. Der Einband ist verlorengegangen. Auf je einer Seite sind am oberen Rand und in der Mitte die fortlaufenden Angaben zu Wochentag und Datum von einem Tag vorgedruckt, unter denen sich der Platz für die Eintragungen befindet (pro Seite also für zwei Tage). Die handschriftlichen Notizen sind ausschließlich von Heinrich Himmler persönlich vorgenommen worden. Somit ist der Taschenkalender des Jahres 1940 im Unterschied zu den offiziösen, teils maschinenschriftlich, teils handschriftlich verfertigten Dienstkalendern des Reichsführers-SS aus den Jahren 1937 beziehungsweise 1941/1942, die von Mitarbeitern seiner Adjutantur vorbereitet wurden und die bereits Objekte wissenschaftlicher Veröffentlichungen geworden sind (Witte u. a.: Dienstkalender Himmlers 1941/42; Wildt: Himmlers Terminkalender 1937), ein reines Ego-Dokument Himmlers. Es ist anzunehmen, dass er das Büchlein im Jahr 1940 stets in der Jacken- oder Hosentasche mit sich geführt hat. Himmler hat darin nachträglich, aber in aller Regel offensichtlich sehr zeitnah, einen knappen, stichwortartigen Überblick über seinen Tagesablauf niedergelegt. Die Eintragungen im Taschenkalender aus Himmlers eigener Feder können als Indizien dafür interpretiert werden, wie der Reichsführer-SS sich selbst und seine Umwelt vor dem Hintergrund der Ereignisse und Entwicklungen des noch jungen Krieges wahrgenommen hat. In der vorliegenden kommentierten Edition dienen seine persönlichen Kalendernotizen als Ausgangspunkt für eine Materialsammlung, die Tag für Tag das Handeln Heinrich Himmlers im Jahr 1940 dokumentiert – einem „Scharnierjahr“ zwischen der Vorkriegszeit und dem endgültigen Übergang zum Vernichtungskrieg.

Aus dem Inhalt

Manfred Müller, Landrat des Kreises Paderborn: Geleitwort

 
 

Markus Moors/Moritz Pfeiffer: Einleitung

 
 

Heinrich Himmler und die SS – Biographisch-struktureller Hintergrund

 
 

Tabellarischer Lebenslauf

 
 

Moritz Pfeiffer: Herkunft und politischer Werdegang Heinrich Himmlers

 
 

Katrin Himmler: Der private Heinrich Himmler

 
 

Markus Moors: Die SS und die Wewelsburg – Heinrich Himmlers ideales Machtmodell

 
 

Tätigkeitsfelder 1940

 
 

Moritz Pfeiffer: Heinrich Himmlers Rasse- und Siedlungspolitik 1940

 
 

Michael Wildt: Der Polizei- und Sicherheitsapparat 1940

 
 

Jean-Luc Leleu: Der Ausbau der Waffen-SS

 
 

Jan Erik Schulte: Die Konzentrationslager 1939 bis 1941: Fortsetzung der Expansion und Verschlechterung der Existenzbedingungen der Gefangenen

 
 

Bastian Hein: Die Allgemeine SS im ersten Kriegsjahr – „Fundament des Ordens“ oder „bloßes Organisationsgerippe“?

 
 

Heinrich Himmlers Taschenkalender 1940

 
 

Editorische Vorbemerkungen

 
 

Edition

 
 

Anhang

 

Rezensionen

Mustergültig, nützlich, mit guten Überblicksaufsätzen
Sven Felix Kellerhoff, WELT-Online08.10.2013
Interview mit den Herausgebern Markus Moors und Moritz Pfeiffer
Welt am Sonntag13.10.2013
Interview mit Moritz Pfeiffer
Westdeutsche Zeitung10.11.2013
Wichtige Einblicke in das politische und private Leben und Denken eines der Hauptverantwortlichen für den industriell betriebenen Holocaust.
Anton Maegerle, Vorwärts - Die Zeitung der deutschen Sozialdemokratie08.01.2014
Sorgfältig, präzise, vorbildlich
Bernward Dörner, Frankfurter Allgemeine Zeitung10.01.2014